Seenplatte-Ausbildungsmarkt in der Pandemie: Weniger Bewerber*innen – mehr freie Lehrstellen

„Erfreulich ist, dass trotz der Corona-Situation die Ausbildungsbereitschaft der vielen Ausbildungsbetriebe ungebrochen hoch ist. So haben Unternehmen mehr betriebliche Ausbildungsplätze gemeldet, als vor einem Jahr. Das zeigt deutlich: Die duale Berufsausbildung geht in der Seenplatte trotz Corona weiter“, sagte der Vizechef der Neubrandenburger Arbeitsagentur, Stephan Bünning, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz.

Nach den alarmierenden Corona-Aussichten im Frühsommer 2020 zeigt sich der Ausbildungsmarkt in der Mecklenburgischen Seenplatte – wenige Wochen vor dem Start des Ausbildungsjahres – robust. Denn auch in diesem Ausbildungsjahr gibt es wieder mehr Ausbildungsplätze als Bewerber.

Trotzdem hält Covid-19 sowohl Arbeitgeber wie auch Jugendliche in Atem und stellt sie vor besondere Herausforderungen. Viele Jugendliche sind verunsichert, ob sie überhaupt eine Ausbildungsstelle finden können. Dabei sind die Chancen auf einen interessanten Lehrberuf – in unserem Landkreis – genau so gut wie in den Vorjahren. Auf der anderen Seite suchen viele Unternehmen händeringend ihre Auszubildenden. Von Oktober 2020 bis Juni 2021 meldeten sich – bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern im Landkreis – 1.068 Bewerber*innen für eine Ausbildungsstelle. Das waren 192 oder 15 Prozent weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig waren 1.602 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet, 102 oder 7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Zahl der offenen Ausbildungsplätze übersteigt Zahl der noch suchenden Bewerber/innen

Bei den unbesetzten Ausbildungsstellen gibt es im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 49 Stellen oder 6 Prozent. Landkreisweit galten damit im Juni 754 Ausbildungsstellen als unbesetzt.

Die Zahl der unversorgten Jugendlichen ist im Vergleich zum Vorjahr um 142 Personen oder 22 Prozent auf 491 junge Menschen zurückgegangen.
Bünning: „Erfreulich ist, dass trotz der Corona-Situation die Ausbildungsbereitschaft der vielen Ausbildungsbetriebe – auch in den von den Eindämmungsmaßnahmen besonders betroffenen Branchen – ungebrochen hoch ist.“ So haben Unternehmen mehr betriebliche Ausbildungsplätze gemeldet, als vor einem Jahr. „Das zeigt deutlich: Die duale Berufsausbildung geht trotz Corona weiter. Denn es gibt keine bessere Versicherung gegen Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel als eine Berufsausbildung. Und dass es weniger Ausbildungsbewerber gibt, liegt nicht an geringeren Zahlen bei den Schulabgängern oder mangelndem Interesse der jungen Leute, sondern vor allem an der Pandemie.“

Und weiter sagt der Vize-Agenturchef: „Viele Jugendliche glauben, dass es aufgrund der Corona-Pandemie keine Ausbildungsplätze gebe. Das Gegenteil ist aber der Fall. Viele Unternehmen in fast allen Branchen suchen händeringend Nachwuchs. Und selbst Betriebe, die aufgrund einer pandemiebedingt zunächst angespannten wirtschaftlichen Situation bis jetzt zurückhaltend waren, wollen weitere Ausbildungsplätze für dieses Jahr melden.“