Das Geschäft mit der Einsamkeit

Seit den aktuell beschlossenen Lockerungen entschließen sich Alleinstehende wieder häufiger, über Kontaktanzeigen eine Partnerin oder einen Partner kennenzulernen. Unterschiedliche Vermittlungsinstitute schalten wöchentlich Anzeigen in Tageszeitungen, in denen wortreich Menschen, die angeblich auf der Suche nach einem Partner sind, vorgestellt werden. Ruft der Interessent oder die Interessentin die angegebene Telefonnummer an, wird klargestellt, dass zunächst ein Treffen mit einem Vertreter des Unternehmens – in der Regel in der Wohnung des Anrufenden – stattfinden muss.

Diese Treffen enden jedoch selten mit der Vermittlung des gewünschten Kontaktes, sondern mit einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft in einem so genannten Freizeitclub mit einer Mindestlaufzeit von einem Jahr. Zwar wird dem neuen Mitglied zugesichert, regelmäßig mit passenden Kontakten versorgt zu werden. Diese Kontaktvorschläge entsprechen aber höchst selten den Vorstellungen des Betroffenen, denn die vermittelten Personen sind entweder schon wieder liiert oder passen hinsichtlich des Alters oder Wohnorts in keiner Weise zum Suchenden. Sich vorzeitig von dem Vertrag zu lösen, gestaltet sich äußerst schwierig.

Der Tipp der Verbraucherzentrale: Die Anzeigen von Partnervermittlungsinstituten sind selten auf echte Partnervermittlungen ausgerichtet. Sollten aufgrund solcher Anzeigen Vertreter zu Besuch kommen, überlegen Sie sehr gründlich, ob Sie die Risiken und Kosten eines Vertrages mit einem Partnervermittlungsinstitut auf sich nehmen möchten! Wenn Sie auch nur die geringsten Bedenken haben, schließen Sie keinen Vertrag mit einem Institut ab. Bezahlen Sie bei einem solchen Geschäft niemals alles im Voraus! Haben Sie einen solchen Vertrag geschlossen und möchten diesen beenden, lassen Sie sich von Ihrer Verbraucherzentrale beraten.