Der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern: April 2021

  • Aktuell gibt es 67.800 Arbeitslose in Mecklenburg-Vorpommern, die Arbeitslosen­quote liegt bei 8,2 Prozent
  • Mit einem Plus von 2.800 Arbeitslosen im Vorjahresvergleich sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin -wenn auch deutlich abgeschwächter als in den Vormonaten – sichtbar
  • Die Zahl der Arbeitslosen ist im Vergleich zum Vormonat März um 2.000 oder 2,8 Prozent gesunken
  • „Der für den Monat April saisonal typische Rückgang der Arbeitslosenzahlen, die sogenannte ‚Früh­jahrbelebung‘, ist Corona-bedingt in diesem Jahr deutlich geringer ausgefallen als üblich.“ (Margit Haupt-Koopmann)
  • Daten-Info zu den ‚Arbeits­losenquoten auf Stadt- und Kreisebene‘

Arbeitsmarkt

Die Zahl der Arbeitslosen liegt – im Vergleich zum April des Vorjahres – mit 67.800 um 2.800 oder 4,4 Pro­zent über dem Vorjahreswert. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 8,2 Prozent, im April 2020 lag sie bei 7,9 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat März ist die Zahl der Arbeits­losen um 2.000 oder 2,8 Pro­zent gesunken.

„Der für den Monat April saisonal typische Rückgang der Arbeitslosenzahlen, die sogenannte ‚Früh­jahrbelebung‘, ist Corona-bedingt in diesem Jahr deutlich geringer ausgefallen als üblich“, betonte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regio­nal­direktion Nord der Bun­des­­agen­tur für Arbeit, heute (29. April 2021). „Hervorheben möchte ich allerdings, dass im Vergleich zum Vormonat März mehr Arbeitslose eine Beschäfti­gung am 1. Arbeits­markt aufgenommen haben: +900 oder +21,2 Prozent. Erfreulich finde ich auch, dass die Jugendarbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat März um 5,4 Prozent und damit überdurchschnittlich zurückgegangen ist.“

Personalnachfrage

Den gemeinsamen Arbeitgeberservice-Teams der Arbeitsagenturen und Jobcenter wurden im April 3.900 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet, in der Höhe das gleiche Niveau wie im Vormonat März. Im Vergleich zum April 2020 – ein Monat mit besonders starken Auswirkungen des ersten Lockdowns auf den Arbeitsmarkt – sogar ein Plus von 1.600 oder 69,4 Prozent. „Ins­be­son­de­re der Handel, das verar­bei­tende Gewerbe, das Baugewerbe sowie das Gesundheits- und So­zial­wesen suchen aktuell Personal“, hob Haupt-Koopmann hervor.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – es handelt sich hierbei um die Februar-Da­ten – ist im Vorjahresvergleich um 2.700 oder 0,5 Prozent auf 568.500 gesunken. Allerdings sind speziell im Ge­sundheits- und Sozialwesen (+1.900), im Bereich der freiberuflichen, wissen­schaft­li­chen und technischen Dienstleistungen (+700) sowie im Bereich öffentliche Verwaltung/So­zial­­versiche­run­gen (+600) neue Arbeitsplätze entstanden. Insbesondere in der Arbeitnehmerüberlas­sung (-1.400), im verarbeitenden Gewerbe und im Gastgewerbe (jeweils -900), im Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (-800) sowie im Handel (-700) gingen sozial­ver­siche­rungs­pflich­tige Arbeits­­­plät­ze verloren.

Kurzarbeit

„Im April haben 300 Betriebe für 2.300 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Kurzarbeit an­ge­zeigt. Damit bewegen wir uns unter dem Niveau des Vormonats März mit 400 Anzeigen für 3.500 Beschäf­tigte“, erläuterte Haupt-Koopmann. Seit Beginn der Co­rona-Pandemie im März 2020 sind insgesamt 28.000 Anzeigen auf Kurzarbeit für 269.100 Be­schäftigte in den Arbeits­agen­turen eingegangen. Die Schwer­punkte liegen im Einzelhandel, in der Gastro­no­mie, im Gesund­heits­wesen und im Bauge­wer­be. Betrachtet man die ‚realisierte Kurzarbeit‘ – hier liegen die Januar-Zahlen vor – so haben im Januar 61.300 Be­schäftigte in 9.000 Betrieben kurz­gearbeitet.

Langzeitarbeitslosigkeit

Die Corona-Krise hat in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur zu einem Anstieg der Arbeits­losen­zahlen im Vorjahresvergleich geführt, auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist – wenn auch zeit­lich versetzt – angestiegen. „Das liegt nicht nur daran, dass diese Gruppe es grundsätzlich schwerer auf dem Arbeitsmarkt hat, sondern die verhaltene Personalnachfrage der Betriebe seit Beginn der Krise im März 2020 hat ihre Ausgangsposition zusätzlich verschlechtert. Hinzu kommt, dass Be­schäf­tig­ten, die in der Pandemie als erste entlassen worden sind, nun – nach 12 Monaten – die Langzeitarbeitslosigkeit droht. Um dies möglichst zu vermeiden, aber auch um die schon vorher Langzeitarbeitslosen zu unterstützen, nutzen die Jobcenter und die Arbeitsagenturen in Mecklen­burg-Vor­pommern alle Möglich­­keiten, etwa Qualifi­zierungs­­angebote, die Förderinstrumente des Teilhabe­chancen­ge­setzes oder telefo­ni­sche Beratungs- und Betreuungstermine“, so Haupt-Koop­mann.

Daten-Info: Arbeitslosenquoten in Kreisen und Städten (April 2021)

Kreise

  • Niedrigste Quote: Landkreis Rostock mit 6,1 Prozent
  • Höchste Quote: Vorpommern-Rügen mit 10,3 Prozent

Städte

  • Niedrigste Quote: Hansestadt Rostock: 8,2 Prozent
  • Höchste Quote: Schwerin: 9,8 Prozent