Frau gibt Erspartes an Betrügerin – Bevölkerung um Mithilfe gebeten

Montagnachmittag ist in Neubrandenburg erneut ein Trickbetrug gelungen. Wieder mit der Masche „Schockanruf/falscher Polizist“. Eine 84-jährige Deutsche hatte mittags den Anruf eines angeblichen Polizisten erhalten, der ihr sagte, dass Sohn und Schwiegertochter einen Unfall verursacht hätten, bei dem eine Person verstorben sei. Nun sitze der Sohn im Gefängnis und könne noch bis zum späten Nachmittag durch eine „Haftkaution“ freigekauft werden. Die Betrüger forderten 30.000 Euro, die an eine angebliche Notarin übergeben werden solle.

Es kam Montagnachmittag zu zwei Geldübergaben in der Öffentlichkeit: Beide Male im Reitbahnviertel in der Traberallee auf dem Parkplatz gegenüber des „Grillhauses“. Die Seniorin hat Bargeld an eine Frau übergeben, die sie als asiatisch aussehend beschreibt. Die Verdächtige soll etwa 1,50 Meter groß gewesen sein, lange dunkle Haare gehabt haben und eine schwarze Mundnasenbedeckung getragen haben. Bei der ersten Übergabe habe sie eine schwarze Jacke und beim zweiten Mal eine graue Jacke getragen.

In diesem Zusammenhang bittet die Polizei um Mithilfe aus der Bevölkerung: Wer hat gegen 15:30 Uhr bzw. gegen 16:30 Uhr auf besagtem Parkplatz die beschriebene Verdächtige gesehen oder kann Hinweise dazu geben, wohin sie nach der Geldübergabe ging oder ob sie in ein Auto gestiegen ist? Auch sonstige sachdienliche Hinweise zu dem Fall können wichtig sein. Zu richten sind sie entweder an das Polizeihauptrevier Neubrandenburg unter 0395 55825224, an jede andere Polizeidienststelle oder via Internetwache der Landespolizei MV unter www.polizei.mvnet.de

Die Umstände der Geldübergabe ließen das Opfer misstrauisch werden. Sie rief daher später ihren Sohn an. Dieser informierte noch gestern Abend die Polizei.

Erneut warnt die Polizei vor solchen Trickbetrugsmaschen. In Deutschland gibt es keine Kautionen. Angehörige können also gar nicht aus der Haft freigekauft werden. Wenn die echte Polizei über einen Unfall eines Angehörigen informiert, wird es nie Geldforderungen geben! Wer dennoch unsicher ist, ob den Angehörigen nicht doch etwas passiert ist, der sollte die echten Angehörigen selbst anrufen (auch selbst die Telefonnummer wählen). Im Zweifel: Polizei verständigen unter 110.