Ran an den Weihnachtsspeck mit dem "grünen A"?

Verbraucherzentrale MV informiert über Möglichkeiten und Grenzen des Nutri-Scores

Zum Anfang eines jeden Jahres sind die Vorsätze oft groß – gesünder Essen, bewusster Einkaufen, abnehmen. Eine Hilfestellung kann hier der Nutri-Score bieten.

Foto: Nutri-Score, ©ricochet64/123RF.com

Was ist der Nutri-Score? Der Nutri-Score ist eine fünfstufige Farbskala zur Nährwertkennzeichnung mit einem Farbverlauf von einem dunkelgrünen „A“ bis zu einem dunkelroten „E“. „A“ steht dabei für eine günstige Nährstoffbilanz und „E“ für eine eher ungünstige. Seit Anfang November 2019 dürfen Unternehmen das Label in Deutschland verwenden. Der Nutri-Score, als zusätzliche farbliche Nährwertkennzeichnung, ist bislang freiwillig. Frankreich hat ihn schon 2017 eingeführt. Auch Belgien, Spanien, Portugal, die Schweiz und Luxemburg nutzen das Label.

Wie wird der Nutri-Score berechnet? Um den Nutri-Score eines Lebensmittels zu berechnen, werden die Mengen verschiedener Inhaltsstoffe in 100 Gramm bzw. 100 Milliliter des Produktes ermittelt. Dabei werden auf der einen Seite Nährwerte einbezogen, die negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben können: der Energiegehalt, Zucker, gesättigte Fettsäuren und Salz. Auf der anderen Seite werden Bestandteile des Lebensmittels berücksichtigt, die eine positive gesundheitliche Wirkung haben können. Dabei handelt es sich um Ballaststoffe und Eiweiße sowie den Anteil an Gemüse, Obst und Nüssen. Für die verschiedenen Inhaltsstoffe gibt es Plus- bzw. Minuspunkte, die eine Gesamtpunktzahl ergeben, aus der wiederum die Bewertung auf der Skala von grün bis rot abgeleitet wird.

Welche Möglichkeiten bietet der Nutri-Score? Diese Form der Nährwertkennzeichnung eignet sich vor allem dazu, um Produkte innerhalb einer Produktkategorie zu vergleichen.

Welches ist das gesündere Müsli? Welche Tiefkühlpizza ist die bessere Wahl? „Letztlich könnte der Nutri-Score auch Hersteller dazu bringen, ihre Produkte zu überarbeiten und gesünder zu machen. So könnten zum Beispiel Zuckergehalte reduziert werden. Natürlich sollten aber stattdessen keine Zusatzstoffe eingesetzt werden“, sagt Antje Degner von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.

Was sind die Grenzen des Nutri-Scores? Der Nutri-Score ist nicht dazu gedacht, unverarbeitete Produkte, die aus nur einer Zutat bestehen, zu bewerten. Er ist auch kein umfassendes Bewertungssystem, da er nicht alle wertgebenden Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Vitamine, Mineralstoffe oder ungesättigte Fettsäuren berücksichtigt. Auch eventuell nachteilig wirkende Zusatzstoffe, wie Geschmacksverstärker oder Zuckeraustauschstoffe werden nicht einbezogen. „Hersteller könnten die Bewertung ihrer Produkte dadurch verbessern, dass sie mehr Zusatzstoffe einsetzen, um den Fett- oder den Zuckergehalt zu verringern, das ist natürlich nicht wünschenswert“, so Antje Degner.

Fazit

Der Nutri-Score ist ein Hilfsmittel, um möglichst schnell den gesundheitlichen Wert eines Lebensmittels beurteilen und Lebensmittel einer Produktgruppe miteinander vergleichen zu können. Verschiedene Sorten von Keksen, Joghurts oder Limonaden lassen sich gut gegenüberstellen.

Letztendlich lassen sich Lebensmittel aber nicht unbedingt in die Kategorien „gesund“ und „ungesund“ einteilen, entscheidend ist immer auch die verzehrte Menge und die ausgewogene Mischung.

Wer genau wissen möchte, was in einem Lebensmittel drin ist, der sollte einen Blick in die Zutatenliste werfen. Die Angabe der Zutaten ist für die Lebensmittelhersteller genauso verpflichtend wie detaillierte Nährwertangaben. Brennwert, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salzgehalt des Produktes pro 100 Gramm oder 100 Milliliter müssen in der Nährwerttabelle stehen.

Angemerkt:
Der Nutri-Score befindet sich im wesentlichen auf Lebensmitteln, von denen man möglichst wenig essen sollte, egal, welche Stufe darauf steht. Meiden Sie also Produkte mit Nutri-Score.