Butterstollen in M-V in Ordnung?

„Die planmäßige Untersuchung von Butterstollen im November und Dezember 2020 im LALLF in Neubrandenburg ergab, dass zwei der 15 Proben beanstandet werden mussten“, sagt Prof. Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock. Acht Proben stammten aus handwerklich strukturierten Bäckereien, die anderen aus dem Lebensmitteleinzelhandel.

Das Traditionsgebäck wurde auf seinen deklarierten Buttereinsatz sowie die sensorische Beschaffenheit und die Kennzeichnung kontrolliert. „Anders als in vergangenen Jahren ergaben die Analysen, dass der vorgeschriebene Anteil an Butter, 40 kg auf 100 kg Getreide, in allen Stollen enthalten war“, stellt Feldhusen fest. Geschmack, Geruch und Aussehen waren weitestgehend in Ordnung.

Ein Butterstollen war am Boden leicht verbrannt, die Krume daher trockener und leicht bitter im Nachgeschmack. Die Expertinnen des LALLF mussten diese Probe beanstanden. Ein weiterer Stollen wies Kennzeichnungsmängel auf. Es fehlte der Warnhinweis auf vorhandene, Allergien und Unverträglichkeiten auslösende Zutaten, wie z. B. Weizenmehl als glutenhaltiges Getreide.

Hintergrund

Der Butterstollen ist eine besondere Art des Christstollens, ein Gebäck aus schwerem Hefeteig. Nach den Leitsätzen für Feine Backwaren des Deutschen Lebensmittelbuches enthält Butterstollen mindestens 40 kg Butter oder die entsprechende Menge Butterreinfett oder Butterfett sowie mindestens 70 kg Trockenfrüchte, auch Citronat und Orangeat auf 100 kg Getreideerzeugnis und/oder Stärken. Bis 10 kg Trockenfrüchte können durch Mandeln und/oder eine entsprechende Marzipanrohmasse ersetzt werden.

Form und Aussehen von Christstollen sollen an das gewickelte Christkind erinnern. Das ursprüngliche „Christbrot“ aus dem 14. Jahrhundert war eine Fastenspeise der Klöster für den Advent aus Mehl, Hefe und Wasser. Geschmackgebende Zutaten kamen erst später hinzu.