Heimat in Mecklenburg-Vorpommern ist Heimat in Europa

Bundeskongress Heimat online – Heimatverband MV als Mitausrichter präsentiert das Heimatengagement in Mecklenburg-Vorpommern zum Thema „Heimat in Europa“

Der Heimatverband MV richtete mit seinen Dachorganisationen Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) auf Bundesebene und CIVILSCAPE auf europäischer Ebene den Bundeskongress Heimat 2020 erfolgreich online aus. Am 14. und 15. September haben sich europaweit rund 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer live zugeschaltet, um den Debatten zum Thema Heimat in Europa zu folgen und mit zu diskutieren. Ursprünglich war eine Tagung in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommerns zum fünfjährigen Bestehen des neuen Heimatverbandes Mecklenburg-Vorpommern in Berlin geplant. Die Corona-Schutzmaßnahmen ließen die Heimatverbände in Deutschland und Europa neue Wege gehen.

In einem Live-Stream an zwei Konferenztagen diskutierten die Vertreterinnen und Vertreter der Heimatverbände mit bedeutenden Gäste zu den Themen Teilhabe der Bürger an der Europapolitik, Heimatpflege mit der jüngeren Generation, Migration und Beheimatung, digitale Chancen für die Heimatbewegung. Dazu wurden Filme und Interviews eingespielt, wie z.B. die Mecklenburger-Alphorn-Gruppe aus Witzin oder das PoMore TanzOrkiestra mit polnischen und deutschen Musikern aus Mecklenburg-Vorpommern. Der Wahlschweriner Christoph Wunnicke führte durch das Programm und leitete die Diskussionen. Auch Gesprächspartner aus Schweden, den Niederlanden und Südtirol/Italien beteiligten an der Diskussion und brachten ihre Erfahrungen ein.

Mecklenburg-Vorpommern weckte insbesondere mit dem Projekt Heimatschatzkiste des Heimatverbandes MV das Interesse der Heimatengagierten in Europa. In Ihrem eröffnenden Grußwort sagte Ministerin Bettina Martin: „Viele Menschen wünschen es sich, dass wir darüber sprechen, was Heimat heute bedeutet. Was führen wir in die Zukunft? Wie können wir die Schätze unserer Heimat auch bewahren? Es geht um die Frage, wie kann Europa uns helfen, Heimat zu diskutieren. Wir in Mecklenburg-Vorpommern haben das Thema Heimat schon lange aufgegriffen, wir haben ein Heimatprogramm, wir haben eine Heimatschatzkiste, die wir in den KiTas verteilen, bei uns können Jugendliche sogar Abitur machen in Niederdeutsch.“ (Text gekürzt, Grußwort hier verfügbar: https://www.youtube.com/watch?v=8PmT3eILkeE)

Die Livestreams der beiden Tage sind online auf Youtube verfügbar unter den Adressen https://www.youtube.com/watch?v=8PmT3eILkeE für das Programm am Montag und https://www.youtube.com/watch?v=K7TzjIBRcg0 für das Programm am Dienstag. Einen Programmüberblick finden Sie auf der Webseite des Heimatverbandes Mecklenburg-Vorpommern www.heimatverband-MV.de.

Der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern zieht sein Fazit und arbeitet weiter an den angesprochenen kontroversen Themen: Das mittelalterliche Netzwerk der Zisterzienserklöster ermöglichte den Transfer von Kulturtechniken, z.B. im Obstbau, und steht für europaweiten Austausch. Jedoch bleibt die Frage offen, was wir tatsächlich von diesen expandierenden Klostergemeinschaften für Migration und Integration heute lernen können. Sicher ist jedoch, dass Heimatgefühle bei Zugewanderten nur dann aufkommen können, wenn sie freundlich aufgenommen werden.

Europapolitik setzt einerseits hilfreiche Maßstäbe, wie z.B. die Charta für Minderheitensprachen, die das Heimatprogramm in Mecklenburg-Vorpommern angeregt hat. Andererseits ist in der Europapolitik mehr demokratische Einflussnahme der Bürger notwendig. Hier müssen die Bürgerinnen und Bürger selbst mehr Mitsprache einfordern. In der Digitalisierung liegt eine Chance, die jüngere Generation für die Heimatpflege zu begeistern.

Die Erfahrung mit dem Ortschronikenportal in Mecklenburg-Vorpommern zeigt aber auch, dass eine digitale Infrastruktur allein nicht ausreicht. Die Weitergabe von Traditionen und Kulturwissen braucht immer auch den persönlichen Austausch; dazu muss sich die ältere Generation stärker aufraffen und auf die Jüngeren zugehen. Und schließlich zeigt es sich, dass bei den vielen innovativen digitalen Projekten doch nachhaltige Strukturen notwendig sind, um auch diese Daten langfristig zu sammeln und zu pflegen. Das können ehrenamtliche, von bürgerschaftlichem Engagement getragene Verbände am besten leisten.

Für die Heimatengagierten in Mecklenburg-Vorpommern hat der Kongress deutlich gemacht, dass Heimat in Mecklenburg-Vorpommern auch Heimat in Europa und der Welt ist. Die anderen Aktiven lösen ähnliche Probleme und diskutieren ähnliche Fragen. Der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern bleibt weiter im Gespräch mit seinem bundesweiten und europaweiten Netzwerk.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.