August-Arbeitslosigkeit: Arbeitsmarkt stabilisiert sich weiter

„In der anhaltenden Corona-Pandemie stabilisiert sich der Arbeitsmarkt in der Mecklenburgischen Seenplatte weiter. Die Arbeitslosigkeit geht zurück und die Entlassungszahlen liegen deutlich unter denen des Vorjahresmonats. Gleichwohl bestehen Risiken, die durch die wieder steigenden Infektionszahlen verstärkt werden. Und durch den Einsatz von Kurzarbeit versuchen unsere Betriebe ihre Fachkräfte zu halten, was das Ausmaß von Entlassungen bisher begrenzte“, sagte Thomas Besse, Chef der Neubrandenburger Arbeitsagentur, anlässlich der monatlichen Pressekonferenz.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Überblick

  • Insgesamt 11.748 Arbeitslose: ein Minus zum Vormonat (- 176) ein Plus zum August 2019 (+959)
  • Arbeitslosenquote in der Seenplatte 9 Prozent
  • Jugendarbeitslosigkeit steigt saisontypisch
  • Über 2.550 freie Stellen gemeldet
  • Niedrigste Arbeitslosenquote mit 6,4 Prozent in Röbel

Im August waren in der Seenplatte 11.748 Menschen ohne Job. 176 weniger als im Juli. Die Arbeitslosenquote liegt bei 9 Prozent. Im August 2019 lag die Quote bei 8,2 Prozent.

Thomas Besse: „Die direkten Auswirkungen der Corona-Virus-Pandemie, wie wir sie im April bis Mai mit voller Härte erlebt haben, lassen nach. Zwar ist die Arbeitslosigkeit im August mit einem Rückgang von 176 arbeitslos gemeldete Menschen um rund 8 Personen niedriger ausgefallen, als im fünfjährigen Mittel üblich. Doch übertrifft der Rückgang der Arbeitslosigkeit in einem August die Jahre 2017 und 2018. Wir beobachten zudem eine große Bereitschaft der Wirtschaft, neue offene Stellen zu melden und Personal einzustellen. Die Auswirkungen der Pandemie am Arbeitsmarkt in der Seenplatte bleiben dennoch weiterhin deutlich sichtbar: Eine Arbeitslosenquote von 9 Prozent hatten wir zum letzten Mal im Dezember 2018 (9,1 Prozent).

Besse weiter: “Im August wirkte sich neben den typischen saisonalen Faktoren, wie der in der Ferienzeit vorübergehend deutlich steigenden Arbeitslosigkeit junger Menschen, die Corona-Virus-Pandemie aus. Die Nachfrage nach Arbeitskräften sank im Vergleich zum Vorjahr leicht. Vor einem Jahr lief die Konjunktur auf Hochtouren. Mit ihr hat sich nun auch die Nachfrage nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abgekühlt.“

Gleichzeitig bestünden trotz leichter Abkühlung Engpässe am Fachkräftemarkt weiter. Dazu der Arbeitsagenturchef: „Ob sie eine Fachkraft aufgrund einer Nachfrageschwäche entlassen wollen, überlegen sich viele Betriebe lieber zwei Mal. Schließlich haben sie in den Jahren zuvor die Erfahrung gemacht, wie schwer es ist, passende Mitarbeitende zu finden.“ Viele Unternehmen sehen sich daher nach Alternativen um, sagte der Arbeitsmarktexperte: „Die mediale Aufmerksamkeit, die die Diskussion um das Kurzarbeitergeld in den vergangenen Wochen gefunden hat, ist sicherlich auch ein Grund dafür, warum sich aktuell viele Unternehmen und Betriebe nach Kurzarbeitergeld erkundigen. Wenn Kapazitäten nicht ausgelastet werden könnten, ist Kurzarbeit ein bewährtes Mittel, Entlassungen zu vermeiden.“

Der Arbeitsmarkt in der Mecklenburgischen Seenplatte steht weiterhin unter dem Einfluss der Pandemie: „Viele Betriebe versuchen in der aktuellen Krise durch den Einsatz von Kurzarbeit ihre Fachkräfte zu halten. Ohne Kurzarbeit läge die Arbeitslosigkeit noch einmal deutlich höher. Bis Mitte August wurde für 27.450 Menschen im Landkreis vorsorglich Kurzarbeit angezeigt. Nach aktuellen Hochrechnungen befanden sich, im März und April 2020, 12.535 Mitarbeitende – aus 1.994 Unternehmen – in Kurzarbeit. Das sind 50 Prozent der zuvor getätigten Anzeigen“, sagte Besse.

Ohne den Entlastungseffekt der arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumente läge die Zahl der Arbeitslosen – ausgewiesen durch die so genannte „Unterbeschäftigung“ (ohne Kurzarbeit) – um 2.695 höher und die Arbeitslosenquote bei 10,8 Prozent.

Zu- und Abgänge

539 Männer und Frauen mussten sich im August nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes in der Seenplatte arbeitslos melden. Das sind 206 weniger als im August 2019.

789 Arbeitslose konnten ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Arbeit beenden. Das sind 57 weniger als im Vorjahresmonat.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit recht unterschiedlich, allerdings waren bei allen Anstiege gegenüber dem Vorjahresmonat zu verzeichnen. Die Spanne der Veränderungen reicht im August von +2 Prozent bei 50-Jährigen und Älteren bis +21 Prozent bei 15- bis unter 25-Jährigen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch III, also bei all denjenigen, die Arbeitslosengeld I erhalten waren im August 4.106 Menschen arbeitslos. 20 weniger als im Vormonat und 1.073 mehr als im August 2019. Das entspricht einem Anstieg von 35 Prozent.

Die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld II nach dem Sozialgesetzbuch II – umgangssprachlich Hartz-IV-Empfänger genannt – lag im August bei 7.642 Arbeitslosen. 156 weniger als im Juli und 114 weniger als im August 2019. Das entspricht einem Rückgang von 1,5 Prozent.

Geldleistungen

Insgesamt 3.722 Personen erhielten im August Arbeitslosengeld, 1.072 – oder 40 Prozent – mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im August bei 16.240. Gegenüber August 2019 war dies ein Rückgang von 792 Personen.

Gemeldete Arbeitsstellen:  Fachkräfte sind gefragt

Im Landkreis der Mecklenburgischen Seenplatte ist die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr um 561 zurückgegangen. Zurzeit gibt es 2.574 freie Arbeitsstellen. 165 weniger als im Vormonat.

Die größte Nachfrage gab es im August aus den Bereichen: Callcenter und Zeitarbeit (493 freie Stellen im Bestand); im Baugewerbe (309); im verarbeitenden Gewerbe (272); Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (269); im Gastgewerbe (255) sowie im Handel-/ Instandhaltung u. Reparatur von Kfz (235).
Unternehmen in der Seenplatte, die noch keinen festen Ansprechpartner haben, erreichen den Arbeitgeberservice telefonisch unter der kostenfreien Arbeitgeber-Service-Rufnummer: 0800 4 5555 20.

Der Arbeitsmarkt in den Dienststellen des Agenturbezirks

Im Agenturbezirk Neubrandenburg entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im August recht unterschiedlich. Vergleichsweise günstig war die Veränderung der Arbeitslosigkeit in Altentreptow; dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,3 Prozent. Dem gegenüber steht die Entwicklung in Waren mit einer Zunahme von 14 Prozent.

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