Enkeltrick in letzter Sekunde verhindert – Trickbetrüger mit neuer Masche am Werk

Freitagmittag haben Ermittler der Kripo Anklam in letzter Sekunde eine 78-Jährige davor bewahrt, einem Enkeltrick zum Opfer zu fallen und über 25.000 Euro zu verlieren. Durch Ermittlungsarbeit waren die Beamten auf die Frau aufmerksam geworden. Sie hatte zuvor Anrufe von falschen Polizisten bekommen, die ihr „rieten“, ihr Geld abzuheben und es zur Sicherheit den vermeintlichen Polizisten zu übergeben.

Derzeit gibt es im Bereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg (Landkreise VG, VR und MSE) etliche Trickbetrugversuche per Telefon, die Hinweisgeber der Polizei melden. Vor allem Bürger im Bereich des Landkreises Vorpommern-Greifswald sind aktuell betroffen.

Darunter sind falsche Gewinnspielversprechen bei denen vorab Geld überwiesen werden soll oder aber Codes von Gutscheinkarten durchgegeben werden sollen. Besonders „beliebt“ war bei den Betrügern in diesen Tagen aber die oben bereits erwähnte Masche mit den falschen Polizisten. „Es hat einen Überfall in Ihrer Nähe gegeben und Ihr Name steht auf der Liste der Bande. Wir fragen nun ab, ob Sie Wertgegenstände zu Hause haben.“ So oder ähnlich gehen die Betrüger vor.

Eine neue noch ausgefeiltere Methode erlebte dabei eine 68-Jährige aus Anklam. Sie wurde von einem vermeintlichen Ermittler der Anklamer Polizei kontaktiert und sollte weitergeleitet werden an die Einsatzleitstelle der Polizei. Während der Verbindungsmelodie sollte sie selbst die 110 eintippen. Es ging wieder jemand ans Telefon und bestätigte die „Echtheit“ der Ermittler, die zuvor angerufen haben. Das Gespräch brach ab, die Frau hat es richtigerweise bei der echten Polizei angezeigt.

Wichtig in diesem Zusammenhang:

  • Die Polizei wird NIE am Telefon den Besitz von Wertgegenständen abfragen!
  • Bei Geldforderungen oder abgefragten Auskünften zu Wertgegenständen: Geben Sie nie Auskünfte über Ihren Besitz, legen Sie auf, informieren Sie die echte Polizei.
  • Die Polizei wird Sie nie weiterleiten und bitten, die 110 einzutippen. Und: Die 110 kann zwar gewählt werden, aber die Polizei kann nicht mit der im Display angezeigten 110 bei Ihnen anrufen!
  • Es kann tatsächlich vorkommen, dass sich richtige Ermittler im Zuge eines bereits laufenden Ermittlungsverfahrens auch telefonisch bei jemandem meldet. Aber auch dabei werden Sie nie nach Ihrem Besitz oder nach Wertgegenständen gefragt. Zudem erkennen Sie die Echtheit daran, dass der Anrufer Detailwissen zu dem Sachverhalt kennt, in den Sie involviert sind.
  • Bei Unsicherheit über die Echtheit des vermeintlichen Polizisten am Telefon: Lassen Sie sich den Namen und die Dienststelle sowie die Personalnummer geben. Legen Sie auf und rufen Sie von sich aus die im Telefonbuch stehende Nummer des örtlichen Reviers zum Prüfen an oder wählen Sie im Zweifel eigenständig die 110!
  • Lassen Sie sich nie darauf ein, sich zur Überprüfung weiterverbinden zu lassen oder eine Ihnen vorgegebene Nummer zu wählen. Auch die können getürkt sein.

In diesem Zusammenhang sensibilisiert die Polizei derzeit auch Banken und Sparkassen, dass es wieder gehäufte Betrugsversuche zum Nachteil älterer Menschen gibt.

Wer einen betrügerischen oder verdächtigen Anruf erhält, sollte umgehend das örtlich zuständige Polizeirevier oder die Einsatzleitstelle unter 0395 55822224 eigenständig kontaktieren.