Große Nachfrage nach Augenhornhaut-Transplantaten

Durch die COVID-19-Pandemie mussten viele planbare Operationen verschoben werden, darunter auch Augenhornhaut-Transplantationen, durch die Menschen mit Augenerkrankungen eine deutlich bessere Sehkraft erlangen können. Nach und nach werden diese Transplantationen wieder aufgenommen und dementsprechend auch wieder mehr Gewebespenden gebraucht. Denn Augenhornhäute, die von Verstorbenen nach Einwilligung des Spenders zu seinen Lebzeiten und der Angehörigen gewonnen werden, sind nur rund einen Monat haltbar. Darauf macht anlässlich des Tags der Organspende im Juni die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) aufmerksam, zu deren Gesellschaftern das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum gehört.

Auch im Klinikum in Neubrandenburg sind die Termine für die nächsten 5 Operationen dieser Art bereits festgemacht, sagt Dr. med. Christian Karl Brinkmann, Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde. „Die Nachfrage ist sehr groß. Wir wenden ein modernes Verfahren an, bei dem nicht die ganze Hornhaut, sondern die Hornhaut-Innenschicht ersetzt wird“, erklärt er. Im vergangenen Jahr seien 14 solcher Transplantationen vorgenommen worden. „Zu Beginn dieses Jahres haben wir auch schon 5 Transplantationen durchgeführt, aber durch die Corona-Pandemie konnten wir dann zunächst keine weiteren festen Zusagen machen“, sagt er.

Die Patienten, die auf diese Operationen warten, sind zwar in der Regel nicht akut krank, deshalb wurden die Eingriffe verschoben. „Aber durch das Warten wird die Sehkraft nicht besser“, so der Chefarzt. Durch eine Entzündung, die die Augenhornhaut akut schädigt, kann auch eine Notfalltransplantation nötig werden. Aber so einen Fall habe man während der vergangenen Wochen nicht gehabt. „Dann hätten wir sofort operiert“, betont Dr. med. Christian Karl Brinkmann.

Angst vor infiziertem Gewebe im Zusammenhang mit COVID-19 müssen Patienten nach Angaben der DGFG nicht haben. Für die Gewebesicherheit gebe es strenge Leitlinien. Das ohnehin sorgfältige Screening potenzieller Gewebespender sei noch durch Abfragen zu Reisen, Aufenthalten in Risikogebieten und Kontakten zu positiv getesteten Personen sowie Verdachtsfällen erweitert worden. Potenzielle Gewebespender mit einer bestätigten Infektion schließe man vorsorglich aus.