Der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern im Mai 2020

  • Aktuell: 67.600 Arbeitslose in Mecklenburg-Vorpommern, die Arbeitslosenquote liegt bei 8,2 Prozent
  • Im Vergleich zum Vormonat April steigt die Zahl der Arbeitslosen im Mai um 2.600 oder 4,0 Prozent
  • Gegenüber dem Mai des Vorjahres wächst ihre Zahl um 11.200 oder 19,8 Prozent
  • „In Mecklenburg-Vorpommern sind auch im Mai die Spuren, die die Corona-Pandemie auf dem Arbeitsmarkt hinterlässt, deutlich sichtbar. Wir müssen – wie schon im Vormonat April – einen saisonal untypischen Anstieg der Arbeitslosen­zahlen melden.“ (Margit Haupt-Koopmann)
  • Insgesamt 18.400 Betriebe haben für 172.800 Beschäftigte seit Beginn der Corona-Krise im März Kurzarbeit angezeigt
  • Kurz-Infos zur ‚sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung‘, zu den ‚Arbeits­losenquoten auf Stadt- und Kreisebene‘ und zum ‚Ausbildungsmarkt‘

Die Zahl der Arbeitslosen ist  –  im Vergleich zum Mai des Vorjahres  –  um 11.200 oder 19,8 Prozent auf 67.600 angestiegen. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 8,2 Prozent, im Mai 2019 lag sie bei 6,9 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat April hat sich die Arbeitslosigkeit um 2.600 oder 4,0 Prozent erhöht.

„In Mecklenburg-Vorpommern sind auch im Mai die Spuren, die die Corona-Pandemie auf dem Arbeits­markt hinterlässt, deutlich sichtbar. Wir müssen  –  wie schon im Vormonat April  –   einen saisonal unty­pischen Anstieg der Arbeitslosenzahlen melden. Das gilt nicht nur für den Vor­monatsvergleich, sondern auch für den Vergleich mit dem Mai des Vorjahres“, betonte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regional­direktion Nord der Bundesagentur für Arbeit, heute (03. Juni 2020). „Auch in den kommenden Monaten erwarte ich einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit.“

„Die Personalnachfrage bewegt sich nach wie vor  –  im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum  –  auf einem deutlich niedrigeren Niveau. So sind speziell Stellenmeldungen aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Gastgewerbe und dem Handel deutlich zurückgegangen“, hob Haupt-Kopmann hervor. Insgesamt wurden den gemeinsamen Arbeitgeberserviceteams der Arbeitsagenturen und Job­cen­­ter seit Jahresbeginn 17.400 sozialversicherungspflichtige Stellen zu Besetzung ge­meldet. Das ist ein Minus von 5.800 oder 25,1 Prozent. Allerdings stieg im Mai die Personalnachfrage im Vergleich zum Vormonat April um 380 Stellen, ein Plus von 16,5 Prozent.

Mit Blick auf die Mai-Daten zur Jugendarbeitslosigkeit sagte Haupt-Koopmann: „Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit um 6,7 Prozent im Vormonats- und um 34,8 Prozent im Vorjahres­vergleich liegt jeweils deutlich über den Werten für alle Arbeitslosen. Rund zwei Drittel der jungen Menschen, die sich aktuell arbeitslos gemeldet haben, verfügen über keinen Berufsabschluss. Um insbe­son­dere ihnen eine berufliche Per­spek­­tive zu eröffnen, werden wir  –  die Arbeitsagenturen und Job­center  –  alles tun, um ihnen die Chance auf einen er­folg­reichen Berufsabschluss zu eröffnen. Denn auf diesem Wege können wir nicht nur die Potentiale dieser jungen Menschen – im Rahmen der Fachkräftesicherung – entwickeln‚ wir reduzieren gleich­zeitig deren Risiko, erneut arbeitslos zu werden.“

„Speziell aus diesen beiden Gründen möchte ich auch  –  trotz der unsicheren gegenwärtigen Si­tua­tion  –  alle Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern bitten, auf jeden Fall in diesem Jahr weiter aus­­zubilden: Allein so können Sie sich die Fachkräfte sichern, die Sie nach der Krise dringend be­nötigen. An die Jugendlichen möchte ich appellieren: Hinausschieben und abwarten bringt nichts.  Bewerbt Euch jetzt für eine Ausbildung im Herbst.“

„Die Jugendlichen“, so Haupt-Koopmann weiter, „die sich noch nicht für einen Beruf entschieden haben und aufgrund der aktuell geltenden Sicher­heits­vor­kehrungen un­se­re Be­­rufsinformations­zen­tren (BiZ) in den regionalen Arbeitsagenturen nicht be­su­chen kön­­nen, sollten dennoch die Zeit nutzen, um sich mit allen zentralen Themen der Be­rufs- und Studienwahl aus­ein­anderzusetzen. Es gibt zahlreiche Online-Ange­bote  –  etwa der Kammern, der Verbände und von uns, der Bundes­agentur für Arbeit  –  die von zuhause aus genutzt werden können.“*

Zum Abschluss ging Haupt-Koopmann auf die aktuellen Daten zur Kurzarbeit ein.  „Seit Beginn der Corona-Krise im März haben in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 18.400 Betriebe für 172.800 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt, das sind 39,3 Prozent aller Betriebe des Landes mit min­destens einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen. Diese Anzeigen sind für mich ein Zeichen da­für, dass die Betriebe – trotz der der tiefgreifenden Krise – Arbeitsplätze sichern und ihre Fach­kräf­te halten wollen.“

Kurz-Info 1: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (aktuelle Daten: März-Daten 2020 – noch ohne Corona-Einwirkung!)

Vorjahresvergleich März 2020 zu März 2019

  • Anstieg um +3.500 oder +0,6 Prozent auf 573.000

Ausgewählte Bereiche 

  • Gesundheits- und Sozialbereich: +2.900
  • öf­fent­liche Verwaltung/Sozial­versicherungen: +600
  • Metall- und Elektroindustrie: +500
  • Gastgewerbe: +400
  • Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen: -900
  • Arbeitnehmerüberlassung: -400

Kurz-Info 2: Arbeitslosenquoten in Kreisen und Städten (Mai 2020)

Kreise

  • Niedrigste Quote: Landkreis Rostock mit 6,0 Prozent
  • Höchste Quote: Vorpommern-Rügen mit 10,0 Prozent

Städte

  • Hansestadt Rostock: 8,0 Prozent
  • Schwerin: 10,1 Prozent

Kurz-Info 3: Ausbildungsmarkt (Mai 2020)

Gemeldete Bewerber/innen

  • seit Beginn des Berichtsjahrs: 6.079 / -1.024 oder -14,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr

Gemeldete Ausbildungsstellen

  • seit Beginn des Berichtsjahrs: 9.964 / -190 oder -1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr

TOP FIVE der unbesetzten Ausbildungsplätze

  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel: 375
  • Koch/Köchin: 334
  • Verkäufer/in: 307
  • Hotelfachmann/-frau: 288
  • Restaurantfachmann/-frau: 266

*Ausgewählte digitale Angebote zu den Themen Berufsorien­tierung und Ausbildung