64.000 Euro an Liebesbetrüger verloren

Eine 71 Jahre alte deutsche Frau hat durch „Romance Scamming“, also Liebesbetrug, mehr als 64.000 Euro an den oder die unbekannten Betrüger verloren.

Wie in Fällen des Romance Scamming (auch Love Scamming) üblich hat die Frau den vermeintlich Liebe suchenden Mann über das Internet kennengelernt. Zunächst gab es über einen längeren Zeitraum schriftlichen Kontakt, bei dem ihr ein ernstes Interesse an ihr als Person suggeriert wurde. Mit seiner Lebensgeschichte wollte er augenscheinlich Mitleid erregen. Dann plötzlich – wie in solchen Fällen gängige Praxis- teilte er Schwierigkeiten mit. Er sei ins Gefängnis gekommen, er habe Schulden, er brauche dringend Hilfe – und die könne er natürlich nur von ihr bekommen.

Über einen aufwendigen Transaktionsbetrug hatte sie zunächst geglaubt, nur sein Geld hin- und herzuschieben – letztlich verlor sie aber in mehreren Schritten ihr eigenes Geld – insgesamt mehr als 64.000 Euro.

Die Kriminalpolizeiinspektion Neubrandenburg hat die Ermittlungen aufgenommen.

„Love Scamming“ ist wie eine Art Heiratsschwindler-Betrug in der digitalen Welt. Wir gehen von einem hohen Dunkelfeld an Opfern aus, die aus Scham keine Anzeige bei der Polizei erstatten. Diese Form von Trickbetrug ist nach wie vor ein gesellschaftliches Tabuthema. Oft offenbart sich das Opfer nicht mal dem sozialen Umfeld. Beim „love scamming“ oder auch „romance scamming“ wird dem Opfer durch regen Nachrichtenverkehr (SMS, Whatsapp, E-Mail) das Entstehen oder Vorhandensein einer Liebesbeziehung vorgetäuscht. Das Opfer gerät zum Teil in emotionale Abhängigkeit zum Täter, obwohl es nie zum direkten Kontakt kommt. Der Täter gibt sich wie beispielsweise in dem aktuellen Sachverhalt als Soldat im Auslandseinsatz aus. Es werden dann in der Regel Treffen mit dem Opfer verabredet. Doch kurz vorher wird plötzliche eine finanzielle Not vorgetäuscht oder auch der Verlust des Passes, um so Geld vom Opfer zu erhalten. Durch die zu diesem Zeitpunkt meist schon aufgebaute emotionale Abhängigkeit gerätdas Opfer in einen Konflikt. Der Täter suggeriert: ,Du liebst mich doch und willst mich doch sehen, also musst du mir aus meiner Not helfen‘. Oft überweist das Opfer dem Täter über einen längeren Zeitraum mehrere Geldbeträge. So wie in einem früheren Fall, bei dem eine ältere Frau im Laufe von zwei Jahren über 100.000 Euro verloren hat. Anders als bei „Enkeltrick-Betrügen“ sind die Opfer von „love scamming“ nicht unbedingt ältere Menschen. Auch jüngere – vor allem – Frauen fallen auf die Betrüger herein.