Biobetriebe trotzen Corona-Krise – Öko-Landbau wächst um 11.057 ha

Aktuelle Marktanalysen und Rückmeldungen aus Biobetrieben in MV zeigen, dass die Corona-Krise dem deutschen Öko-Markt bisher Umsatzwachstum gebracht hat. So wird aus dem Naturkostfachhandel von 30 bis 60% mehr Umsatz berichtet. Der Lebensmitteleinzelhandel ist mit Abstand der wichtigste Öko-Absatzweg und dort wird seit Ende Februar deutlich mehr verkauft. Die Umsatz-steigerung ist besonders hoch bei Getreideprodukten, Kartoffeln und Molkereiprodukten (Quelle: DBV Ökoreport für April 2020). Problematisch ist der Einbruch des Absatzes von ökologischen Erzeugnissen wie Fleisch-Edelteilen und Blatt-Salaten z.B. in der Außer-Haus-Verpflegung.

Der Trend zu mehr ökologischem Landbau setzt sich auch auf dem Acker fort. Der Umfang der ökologisch bewirtschafteten Fläche ist im Jahr 2019 von 157.976 ha auf 169.033 ha gewachsen (Stand 31.12.2019). Diese Fläche wird von 1.020 biozertifizierten Landwirtschafts-betrieben bewirtschaftet, 81 Betrieben mehr als in 2018. Auf ca. 12,6% der landwirtschaftlichen Nutzfläche wird damit ökologisch bewirtschaftet. Zusätzlich sind 215 biozertifizierte Verarbeitungsbetriebe z.B. als Mühlen, Bäcker, Schlachtbetriebe, Metzger, Molkereien und Mostereien und Bio-Gastronomen in Mecklenburg-Vorpommern tätig.

Hintergrund:
Die zuletzt aufgeführten Zahlen meldet Mecklenburg-Vorpommern an die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Eine Gesamtübersicht aller Länder für das 2019 wird Ende Mai 2020 erwartet. Nach ersten Schätzungen des BÖLW (Branchenreport 2020) wurden in Deutschland ca. 100.000 ha seit Januar 2019 auf ökologische Wirtschaftsweise umgestellt.
Der ökologische Landbau hat aufgrund seiner besonders umwelt- und tierartgerechten Wirtschaftsweise einen hohen Stellenwert in der Landespolitik in Mecklenburg-Vorpommern. Für die Honorierung der ökologischen Wirtschaftsweise stellt das Landwirtschaftsministerium in der aktuellen Förderperiode zusätzlich 37 Mio. Euro zur Verfügung (insgesamt 202 Mio. Euro).