Zapfen oder schleppen?

Wer Leitungswasser statt Mineralwasser trinkt, kann auf diese Weise die Herstellung und den Transport von Mineralwasserflaschen vermeiden. Das schont das Portemonnaie und das Klima, rät die Verbraucherzentrale.

Alljährlich rufen die Vereinten Nationen am 22. März zum Weltwassertag auf. In diesem Jahr ist das Motto „Wasser und Klimaschutz“. Während es in vielen Ländern der Erde um den Zugang zu sauberem Trinkwasser geht, ist die Wasserqualität überall in Deutschland sehr gut, so Simone Goetz von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Damit wir unbedenklich Wasser aus der Leitung trinken können, muss es frei von Schadstoffen und Krankheitserregern sein. Die Gesundheitsämter sorgen dafür, dass die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung eingehalten werden.

Wer sein Wasser selbst zapft, statt es im Kasten nach Hause zu schleppen, spart bares Geld. Wasser aus dem Hahn ist bei vergleichbarer Qualität viel preiswerter: Zahlen Sie für vier Liter Leitungswasser ungefähr einen Cent, so können es für die gleiche Menge Mineralwasser ein bis zwei Euro sein. Auch der Gehalt an Mineralien ist beim gekauften Mineralwasser oftmals kaum höher. Das hat im Juli 2019 die Untersuchung von 32 Mineralwässern ohne Kohlensäure durch die Stiftung Warentest belegt. Das können Sie für Ihr Lieblingswasser nachprüfen: Auf dem Etikett sind die wichtigsten Mineralstoffe angegeben. Sind es insgesamt weniger als 500 Milligramm in einem Liter, dann hat das Mineralwasser nur einen geringen Mineralstoffgehalt.

Der Quellort, der auf jedem Etikett stehen muss, zeigt an, wo das Wasser abgefüllt wurde. Im Jahr 2019 sind rund eine Milliarde Liter Mineralwasser nach Deutschland importiert worden. Bis zum Verbraucher habe diese oft einen weiten Weg hinter sich. Zum Beispiel haben französische Wässer bis nach Mecklenburg-Vorpommern mindestens 600 Kilometer zurückgelegt – und das nur auf direktem Weg! Aber auch in Deutschland abgefülltes Mineralwasser ist unter Umständen weit gereist bis zum Supermarkt. Eine Alternative kann Mineralwasser aus der Region sein – am klimaschonendsten aber bleibt das Leitungswasser.

Tipp: Sofern keine Bleileitungen im Haus sind, können Sie Leitungswasser problemlos trinken. Lassen Sie das Wasser vor dem Trinken aber immer so lange laufen, bis es kühl aus dem Hahn kommt. Dann ist es frisch. Seite 2 von 2 Tel. (0381) 208 70 50 Fax (0381) 208 70 30 info@verbraucherzentrale-mv.eu www.verbraucherzentrale-mv.eu Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern e. V.