Auf den Spuren Hans Falladas

Der philosophische Gesprächskreis des Dreikönigsvereins Neubrandenburg e.V. lädt im Rahmen seiner Vortragsreihe zum Vortrag mit Dr. Angelika Rosenfeld, Bad Doberan:

„Auf den Spuren von Hans Fallada in Hinterpommern, Feldberg und Bad Doberan Schauplätze von Leben und Literatur“
am Montag, 09. März 2020 um 19:30 Uhr
in das Hotel Am Ring Neubrandenburg,
Große Krauthöferstr. 1 (hinter dem Rathaus)

Fallada gehört zu den bedeutendsten Autoren aus Mecklenburg-Vorpommern und ist seit einigen Jahren wieder „modern“, was sich an mehreren Neuausgaben und aktuellen Biographien zeigt. Hans Fallada, geboren 1893 in Greifswald, führte ein unstetes, zeitweise kriminelles und ständig drogenabhängiges Leben. Vor seiner Schriftstellerkarriere, die mit „Kleiner Mann, was nun?“ 1932 begann, verdingte er sich als kaufmännische Hilfskraft auf Gütern diesseits und jenseits der Oder, oft nur für ein paar Wochen. Gelernt oder studiert hatte er nicht, die Schule vor dem Abitur abgebrochen. Auf dem Land herrschte nach dem Ersten Weltkrieg eine politisch brisante Stimmung, die schließlich zum Kapp-Putsch führte. In abgelegenen Wäldern trainierte die „Schwarze Reichswehr“ und versteckte ihre Waffen. Das bekam Fallada hautnah mit, auf dem Gut Radach einige Kilometer östlich von Küstrin, und verarbeitete seine Eindrücke im Roman „Wolf unter Wölfen“: Zu den vielen, fast unzähligen Arbeitsverhältnissen Falladas gehörte um 1920/21 auch eine Tätigkeit in Vorder Bollhagen. Belegt ist sie nur durch einen einzigen Brief und vielleicht durch einen Hinweis im Wolfs-Roman. Das Gut Vorder Bollhagen hatte damals den besonderen Status eines Lehrguts. Im Dorf Carwitz bei Feldberg wurde Fallada ab 1933 einige Jahre sesshaft, immer wieder unterbrochen von längeren Kuren in Sanatorien, ausgelöst durch Alkohol- und Morphium-exzesse. Das ländliche Carwitz war für ihn ein Rückzugsort, um dem Druck des NS-Regimes zu entgehen.1945 setzten die Sowjets Fallada in Feldberg sogar als Bürgermeister ein. Das hielt der labile Autor allerdings nicht lange durch. Bereits 1947 starb Hans Fallada im Hilfskrankenhaus Berlin-Niederschönhausen. Bestattet wurde er in Carwitz, an einem Platz zum Träumen: Vom Grab aus schaut man weit in die Ferne über den Kleinen Luzinsee, der – für Norddeutschland ungewöhnlich – türkisblau funkelt.
Alle Interessenten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

www.dreikoenigsverein.de

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