Juli-Arbeitslosigkeit: Rekordtief trotz Sommerferien! (ausführlich)

„Der Arbeitsmarkt ist im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte weiterhin in guter Verfassung und sehr aufnahmefähig. Und das trotz einsetzender Sommerpause. Vor allem die Nachfrage nach Arbeitskräften ist ungebrochen. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 1.400 zurückgegangen, die Quote ist mit 9,0 Prozent auf einem historischen Tiefstandstand“, so Frank Skowronek, Geschäftsführer Operativ der Neubrandenburger Arbeitsagentur, anlässlich der monatlichen Pressekonferenz.
Im Juli waren in der Seenplatte 11.851 Menschen ohne Job. 129 weniger als im Juni. Die Arbeitslosenquote liegt bei 9,0 Prozent. Im Juli 2017 lag die Quote bei 9,8 Prozent. „Keine Spur von Sommerpause auf dem Arbeitsmarkt im Seenplattelandkreis. Im Gegenteil: Trotz Ferienzeit verzeichnen wir ein Rekordtief bei der Juli-Arbeitslosigkeit. Daran konnte auch ein Anstieg sogenannter Übergangs- oder Sucharbeitslosigkeit bei jungen Menschen – die ihre Ausbildung abgeschlossen haben, im Ausbildungsbetrieb nicht übernommen wurden oder zumindest noch keinen Anschlussvertrag erhalten haben – nichts ändern. Bei diesen jungen Menschen gehen wir davon aus, dass viele bald schon eine Anstellung finden werden und ihre Zeit des Übergangs aus der Arbeitslosigkeit kurz bleibt. Denn der Bedarf an Fachkräften ist groß“, beschreibt der Vize-Agenturchef, die Situation.
Teilnehmende in Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik
Im Juli konnten 3.848 Männer und Frauen mit arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen unterstützt werden. Darunter 947 Menschen, denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert wird. 710 Männer und Frauen werden in beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen fit für den Arbeitsmarkt gemacht. Insgesamt 872 Förderungen weniger als vor einem Jahr. Ohne den Entlastungseffekt der arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumente läge die Zahl der Arbeitslosen – ausgewiesen durch die so genannte „Unterbeschäftigung“ – um 3.772 höher und die Arbeitslosenquote bei 11,5 Prozent.
Zu- und Abgänge
764 Männer und Frauen mussten sich im Juli nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes in der Seenplatte arbeitslos melden. Das sind 9 weniger als im Juli 2017. 788 Arbeitslose konnten ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Arbeit beenden. Das sind 139 weniger als im Vorjahresmonat.
Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen
Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit recht unterschiedlich, allerdings waren bei allen Rückgänge gegenüber dem Vorjahresmonat zu verzeichnen. Die Spanne der Veränderungen reicht im Juli von -13 Prozent bei 50-Jährigen und Älteren bis -4 Prozent bei 15- bis unter 25-Jährigen.
Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch III, also bei all denjenigen, die Arbeitslosengeld I erhalten waren im Juli 3.085 Menschen arbeitslos. 172 mehr als im Vormonat und 356 weniger als im Juli 2017. Das entspricht einem Rückgang von 10 Prozent. Die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld II nach dem Sozialgesetzbuch II – umgangssprachlich Hartz-IV-Empfänger genannt – lag im Juli bei 8.766 Arbeitslosen. 301 weniger als im Juni und 1.038 weniger als im Juli 2017. Das entspricht einem Rückgang von 11 Prozent.
Geldleistungen
Insgesamt 2.634 Personen erhielten im Juli 2018 Arbeitslosengeld, 260 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im Juli bei 19.493. Gegenüber Juli 2017 war dies ein Rückgang von 2.496 Personen.
Gemeldete Arbeitsstellen: Fachkräfte sind gefragt
Im Landkreis der Mecklenburgischen Seenplatte ist die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Zurzeit gibt es 2.618 freie Arbeitsstellen. 87 weniger als im Vormonat und 93 mehr als im Juli des Vorjahrs. Die größte Nachfrage gab es im Mai aus den Bereichen: Callcenter und Zeitarbeit (722 freie Stellen im Bestand); Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (340); im verarbeitenden Gewerbe (310); Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (270); im Baugewerbe (264) sowie 188 im Gastgewerbe. Unternehmen in der Seenplatte, die noch keinen festen Ansprechpartner haben, erreichen den Arbeitgeberservice telefonisch unter der kostenfreien Arbeitgeber-Service-Rufnummer: 0800 4 5555 20.
Der Arbeitsmarkt in den Dienststellen des Agenturbezirks
Im Agenturbezirk Neubrandenburg entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im Juli relativ einheitlich. In allen Regionen war im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Rückgang zu verzeichnen. Am günstigsten war die Veränderung der Arbeitslosigkeit in Altentreptow; dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 15 Prozent. Demgegenüber steht die Entwicklung in Demmin mit einer Abnahme von 6 Prozent.
Ausbildungsstellenmarkt
Aktuelle Daten weisen für das neue Berufsberatungsjahr 2017/18 auf eine stabile Situation hin. Von Oktober 2017 bis Juli 2018 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 1.501 Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Das waren 115 oder 8,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig waren 1.650 Ausbildungsstellen gemeldet, ähnlich viele wie im Vorjahresmonat. 487 Bewerber waren unversorgt und 604 Ausbildungsstellen unbesetzt. Am häufigsten waren Ausbildungsstellen gemeldet für angehende Kaufleute im Einzelhandel (84); Verkäuferinnen und Verkäufer (74); Koch/Köchin (65) und Fachkräfte – Lagerlogistik mit 62 Ausbildungsangeboten.
Top 10 der unbesetzten Ausbildungsstellen:  Verkäufer/in  Kaufmann/-frau im Einzelhandel  Koch/Köchin  Metallbauer/in – Konstruktionstechnik  Fachkraft – Lagerlogistik  Elektroniker/in- Energie-/Gebäudetechnik  Restaurantfachmann/frau  Anlagenmech. – Sanitär-/Heiz.-Klimatech  Berufskraftfahrer/in  Hotelfachmann/-frau
Allen Spätentscheidern, die noch einen Ausbildungsplatz suchen oder sich über ihren beruflichen Weg noch nicht sicher sind, bietet die Berufs- und Studienberatung weiterhin Beratungstermine an. Bei Fragen zur ‚assistierten Ausbildung‘, den sogenannten ‚ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH)‘ oder der ‚Einstiegsqualifizierung (EQ)‘ können Personalverantwortliche die kostenlose Arbeitgeberservice-Rufnummer 0800 4 5555 20 nutzen. Jugendlichen bietet die gebührenfreie Service- Rufnummer 0800 4 5555 00 die Möglichkeit, einen Beratungstermin bei der Berufsberatung zu vereinbaren.